Stadtwerke Iserlohn
Wenn man Wohnungen verhexen kann, muss ein Donnerwetter an Flüchen auf unsere neue getroffen sein.
Yvonne ruft mich gestern im Büro an. Sie kam in ihrer Mittagspause nach Hause und “die Bude blieb dunkel”. Die Sicherungen im Flur waren durch Sperrstopfen ersetzt, darauf prangte ein Aufkleber der Stadtwerke Iserlohn, unser Anschluss sei gesperrt.
Ich hatte direkt eine ungefähre Ahnung warum das so sein könnte. Nein – nicht weil wir nicht gezahlt haben.
Als wir einzogen lag eine Anmeldepostkarte, der Stadtwerke Iserlohn, im Briefkasten. Diese wurde von mir ausgefüllt (Zählerstände, etc.) und in den Briefkasten geworfen. Es verging etwas Zeit, wir hörten nichts von denen, dachten aber auch gar nicht daran, da wir mit der Renovierung, Arbeit, etc. voll und ganz ausgelastet waren.
Ca. 2 Wochen nach unserem Einzug klingelte es eines Vormittags an der Tür. Ein Herr der Stadtwerke Iserlohn. Ich hatte mir gerade die Schuhe angezogen und wollte zum Büro. Glück gehabt, meinte er zu mir, denn er hätte sonst den Strom abgestellt, da er schon mehrfach da war, und ja nie jemand zu Hause sei. Nunja – Privatier zu sein, oder Hartz4 zu beziehen soll ja populär sein, aber es gibt auch Leute die Arbeiten gehen. Yvonne und ich gehören zu dieser seltenen Sorte. Ausserdem könnte man ja auf die Idee kommen eine Nachricht in den Briefkasten zu werfen…
Grund des Besuchs – unsere Anmeldung war nicht angekommen. Naja, das Schlimmste (die Sperrung) haben wir ja verhindert. Er füllte eine neue Anmeldung aus. Fragte nach dem Namen, worauf ich mit Yvonne L. antwortete (Die Kosten der Wohnung rechnen wir über Yvonnes Konto ab). Er gab mir die Karte zum Unterschreiben, und ich setzte ein -i.A. Ronni Z.- drunter. Ich gab ihm die Karte zurück und wollte mich in Bewegung setzen, da mein Bürogemeinschaftskollege bereits auf mich wartete. “Äh Moment” hörte ich, “das geht nicht”. Ich fragte was denn nicht ginge. “Na sie können nicht im Auftrag unterschreiben.” Ich fragte ob er das nicht eher hätte sagen können, und ob ich wie eine Yvonne aussehen würde. Er übernahm die Zählerstände in eine neue Karte, gab sie mir, und sagte, dass er die von mir unterschriebene aber schon mal abgeben würde, damit die Verwaltung Bescheid weiss. Yvonne setzte am Abend ihr Autogramm drunter, und ich warf sie am nächsten Morgen -mal wieder- in den Briefkasten. Ich würde jetzt an ein Schwarzes Loch in dem Kasten glauben, wenn ich darüber nicht recht häufig meine Post aufgeben würde, die bisher immer angekommen ist.
Ich rief also bei den Stadtwerken an. Warteschleife, unterbrochen von mehrmaligem “kurz abheben und wieder in die Warteschleife schicken”. Ok – es ist kurz nach 15 Uhr. Die Mitarbeiter sind sicher mit dem Mittagspausenschwätzchen noch nicht fertig. Es dauerte eine ganze Zeit, bis ich dann schlussendlich bei einem Anrufbeantworter landete. Ich legte auf, drückte die Wahlwiederholung, Warteschleife, irgendwann eine weibliche Stimme. Ich erklärte ihr, dass unser Anschluss gesperrt sei, und ob sie so nett wäre mir den Grund zu verraten. Sie schaute im Rechner und (welch Überraschung) fand uns nicht. Sie meinte wir hätten uns nicht angemeldet. Ich erzählte ihr die gesamte Litanei, und sie setzte sich in Bewegung um etwas nachzuschauen. Es dauerte eine ganze Zeit bis sie zurück kam. Unsere Anmeldung wäre da (also doch kein Schwarzes Loch im Briefkasten), nur noch nicht ins System eingegeben. Sie schickt jetzt direkt einen Mitarbeiter raus, der den Anschluss wieder entsperrt. Kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung – nix. Die Sicherung müssten wir allerdings selbst wieder eindrehen. Das dürfen die Mitarbeiter nicht. Ich sagte ihr, dass der Mitarbeiter das aber schlauerweise tun solle, denn meine Freundin wäre vor 21 Uhr nicht zurück, und ich würde auch vor 20 Uhr nicht wieder zu Hause sein. In der Zeit dürfte unsere Tiefkühltruhe wohl abgetaut sein. Jetzt wurde die Dame auch noch patzig. Das wäre ja nicht ihr Problem. Dann müsse ich eben einen Nachbarn bitten. Mein Einwand, dass oben eine Studentin wohnt die nie zu Hause ist, und unten eine ältere Dame, die a) die Treppe nicht hochkommt, und b) sicher nicht in der Lage ist die Sicherungen einzuschrauben, war ihr auch egal. Das könne sie ja auch nicht ändern, und was wir denn für komische Arbeitszeiten haben!? Sie dürfen die Sicherungen nicht einschrauben, denn es könnte ja ein Kurzschluss in der Wohnung sein. Hmm. da war kein Kurzschluss als sie sie rausgeschraubt haben. Warum soll da jetzt einer sein?! Die Logik erschloss sich mir nicht wirklich. Das dumme Stück Sie war weiterhin Rotzfrech, und ich beendete das Gespräch dann irgendwann, da es mir zu dumm wurde.
Der Mitarbeiter kam auch direkt um zu Entsperren. Leider war Yvonne noch zu Hause. Ich hatte mich schon so sehr gefreut meinen Anwalt mit der Geltendmachung des (leider nicht) entstandenen Schadens zu beauftragen…









Es ist immer wieder schwer gutes Personal zu bekommen.